Was wäre passiert, wenn der Geld für die Welt Fonds bereits 1970 gestartet wäre?
Julian Lindenberg• Aktualisiert am 8. April 2026

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Hätte der Geld für die Welt Fonds bereits 1970 mit 10.000 € gestartet, wären bis heute rund 30.000 € ausgeschüttet worden – bei einem Fondsvermögen von über 66.000 €.
Solche rückblickenden Berechnungen, sogenannte Backtests, werden häufig als unrealistisch kritisiert: Alternative Vergangenheiten ließen sich nicht verlässlich rekonstruieren und hätten daher nur begrenzte Aussagekraft.
Warum dieser Einwand hier nicht greift
Im Fall von Geld für die Welt ist diese Kritik nicht zutreffend. Die Berechnung basiert auf historischen Marktdaten und einer klar definierten, regelgebundenen Strategie, ohne Annahmen über individuelles Verhalten.
- Feste Regeln: Der Fonds investiert breit gestreut in den globalen Aktienmarkt und schüttet jährlich 2 % seines Vermögens aus.
- Feste Daten: Die Entwicklung der Weltmärkte ist historisch dokumentiert und unabhängig von der Existenz des Fonds.
Die Berechnung ist damit keine spekulative Rückschau, sondern die konsequente Anwendung klarer Regeln auf bekannte Entwicklungen – und zeigt das langfristige Potenzial des Modells von Geld für die Welt.
Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung von Vermögen und Auszahlungen seit 1970 bei einer einmaligen Spende von 10.000 €.
Was lässt sich aus diesen Ergebnissen für die Zukunft ableiten?
Sollte sich das Wachstum des globalen Aktienmarktes in den kommenden Jahrzehnten ähnlich entwickeln wie in der Vergangenheit, könnten die jährlichen Ausschüttungen des Geld für die Welt Fonds bereits mittelfristig das ursprünglich eingezahlte Spendenkapital übersteigen. In den darauffolgenden Jahren würden diese Auszahlungen – getragen durch den Zinseszinseffekt – weiter exponentiell anwachsen.
Drei Gründe sprechen dafür, dass der historische Rückblick eine sinnvolle Orientierung für die zukünftige Entwicklung bietet:
Erstens: Der globale Aktienmarkt ist trotz zahlreicher Krisen langfristig gewachsen. Selbst bei flacherem Wachstum würde die 2-Prozent-Auszahlungsregel langfristig dafür sorgen, dass insgesamt mehr ausgeschüttet wird, als ursprünglich eingezahlt wurde.
Zweitens: Studien, etwa von Roger G. Ibbotson und Peng Chen, 2003 zeigen, dass Aktienrenditen langfristig fundamentalen wirtschaftlichen Faktoren folgen, insbesondere Produktivitätswachstum und Unternehmensgewinnen. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass diese Treiber an Bedeutung verlieren.
Drittens: Menschen und Institutionen neigen dazu, zukünftige Vorteile systematisch abzuwerten. Diese strukturelle Ungeduld führt dazu, dass langfristige Investitionen häufig unterbleiben – und damit oft unterbewertet sind. Geduldige Investorinnen können hiervon profitieren. Eine ausführliche Darstellung dieser Argumentation findet sich in Trammells Analyse Patient Philanthropy (vgl. Philip Trammell, 2020).
Wir sind daher zuversichtlich, dass der Geld für die Welt Fonds künftig ein hochwirksames Instrument sein kann, um dringend benötigte Lösungen für globale Herausforderungen nachhaltig und langfristig zu finanzieren.