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All Grants Fund

GiveWell
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Kurzbeschreibung

Fördert laufend die Programme gegen extreme Armut, die pro Spende am meisten bewirken

GiveWell ist eine 2007 gegründete Forschungsorganisation. Sie prüft, welche Hilfsprogramme gegen extreme Armut und die Krankheiten, die mit ihr einhergehen, mit einer Spende am meisten erreichen, und veröffentlicht die Rechnung dahinter. Die Organisationen, die sie am besten kennt und bei denen sie sich der Wirkung am sichersten ist, führt sie als Top Charities, eine kurze Liste besonders gut belegter Empfänger.

Der All Grants Fund ist einer von drei Spendenfonds, die GiveWell selbst betreibt, und der breiteste von ihnen. Er sammelt Spenden und gibt sie laufend weiter, an jede Fördermöglichkeit, die die Prüfung von GiveWell besteht, auch an solche außerhalb der Top Charities. Nach Abzug der Transaktionsgebühren gehen 100 % der Spenden an die Empfängerorganisationen; für den eigenen Betrieb verwendet GiveWell davon nichts.1

Warum „All Grants Fund“ wichtig ist

Extreme Armut ist kein Mangel an einer Sache, sondern an vielen zugleich: an Nahrung, an sauberem Wasser, an Impfungen, an einer Klinik in erreichbarer Nähe. Sie tötet deshalb selten unter eigenem Namen, sondern über Malaria, Durchfall oder eine vermeidbare Infektion.

In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sterben jedes Jahr mehr als vier Millionen Kinder unter fünf Jahren, und der größte Teil dieser Todesfälle wäre vermeidbar.2

Dass es wirksame Programme dagegen gibt, ist nicht das Problem. Das Problem ist die Auswahl. Wer sich auf eine feste Liste geprüfter Organisationen beschränkt, finanziert zuverlässig, verpasst aber jede Gelegenheit, die neu, ungewöhnlich oder zeitkritisch ist: die Zulassung eines besseren Medikaments, die Aufnahme eines Impfstoffs in ein nationales Programm, eine Finanzierungslücke, die kurzfristig aufreißt.

Solche Lücken sind zuletzt größer geworden. Wegen der Kürzungen der US-Entwicklungshilfe vergab GiveWell 2025 insgesamt 25 Förderungen über rund 53 Millionen US-Dollar, etwa 13 % seiner Fördersumme, ausdrücklich für dadurch entstandene Bedarfe.3 Im laufenden Jahr entfallen bislang rund 50 Millionen US-Dollar auf solche Bedarfe.2

Wie der Fonds auswählt

Ob eine Fördermöglichkeit gefördert wird, entscheidet ein Vergleich mit einer sehr einfachen Alternative: dieselbe Summe als Bargeld direkt an sehr arme Haushalte auszuzahlen. Wie viel mehr ein Programm gegenüber dieser Alternative erreicht, ergibt eine Zahl, und gefördert wird oberhalb einer Schwelle. 2025 lag sie beim 8-Fachen; Anfang 2026 senkte GiveWell sie auf das 6-Fache, weil die verfügbaren Mittel gestiegen sind, und rechnet dadurch mit rund 90 Millionen US-Dollar zusätzlicher Förderungen in diesem Jahr.2

Die Mittel dahinter sind 2026 noch einmal gewachsen. Im Dezember 2025 sagte Coefficient Giving, die umbenannte Open Philanthropy, 175 Millionen US-Dollar für die Empfehlungen von GiveWell im Jahr 2026 zu und erhöhte diese Zusage im Juli 2026 gemeinsam mit Good Ventures auf 1 Milliarde US-Dollar.4 GiveWell hatte zur Jahresmitte bereits über 400 Millionen US-Dollar bewilligt und rechnet für 2026 mit einer Fördersumme, die 1 Milliarde US-Dollar erreichen oder überschreiten könnte.2 Coefficient Giving bezeichnet die Erhöhung ausdrücklich als einmaligen Schub und nicht als neuen Dauerzustand.4

Die Kapazität dafür wurde aufgebaut: Das Forschungsteam wuchs in zwei Jahren von 38 auf 79 Personen,2 und 2025 begann GiveWell über 200 formale Förderprüfungen.3

Weil Bewertung und Vergabe hier nicht getrennt sind, hängt die Nachprüfbarkeit allein an der Veröffentlichung. GiveWell legt zu jeder Förderung eine Seite mit Begründung und Kostenrechnung vor, führt eine öffentliche Datenbank aller Förderungen und unterhält eine eigene Seite für eigene Fehler.56

Wer wird gefördert

Der Fonds bindet sich an keine Organisation. GiveWell hebt auf der Fondsseite unter anderem die folgenden Förderungen hervor, sämtlich aus den Jahren 2022 bis 2024:1

PATH

März 2024

18.205.272 US-Dollar für die Unterstützung der Gesundheitsministerien in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso, Mosambik und Uganda bei der Aufnahme der Malariaimpfstoffe RTS,S und R21 in die nationalen Impfprogramme.1

Clinton Health Access Initiative

Juni 2024Uttar Pradesh und Bihar, Indien

15.092.329 US-Dollar für die Tuberkulosevorsorge für Kleinkinder.1

Dimagi

Juni 2024Nigeria

1.000.186 US-Dollar für den Pilot einer Plattform, die Gesundheitshelferinnen dafür bezahlt, Vitamin A und orale Rehydratationslösung bei Hausbesuchen auszugeben.1

Medicines Development for Global Health

Juni 2024

637.549 US-Dollar für den Abschluss der WHO-Präqualifikation für Moxidectin gegen Onchozerkose.1

New Incentives

November 2022Nordnigeria

30.000.000 US-Dollar für die Ausweitung des Impfanreizprogramms. Eine Top Charity, die zusätzlich aus diesem Fonds gefördert wurde.1

Im Förderjahr 2025, das von Februar 2025 bis Januar 2026 lief, bewilligte GiveWell 131 Förderungen an 69 Organisationen über insgesamt 418 Millionen US-Dollar in 30 Ländern; die meisten Förderungen entfielen auf Nigeria, gefolgt von Indien und der Demokratischen Republik Kongo. 309 Millionen US-Dollar davon gingen an Programme außerhalb der Top Charities.3 Diese Zahlen umfassen die gesamte Fördertätigkeit von GiveWell, nicht allein den All Grants Fund: Der Fonds ist eine von mehreren Quellen dahinter, im Metrikjahr 2024 mit 59 Millionen US-Dollar an Spenden.7

Wirkung und Transparenz

Eine Zahl für Kosten pro gerettetem Leben gibt es für diesen Fonds nicht, weil er über Programme mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen hinweg fördert. Angegeben wird stattdessen wieder das Verhältnis zur Bargeld-Alternative: Über alle Förderungen des Jahres 2025 hinweg schätzt GiveWell die durchschnittliche Wirkung auf das 16-Fache, also etwa das Doppelte der damals geltenden Schwelle.3

Die Unsicherheit ist bei diesem Fonds keine Schwäche, sondern Teil der Konstruktion. GiveWell sagt selbst, dass die Einzelförderungen weniger erprobt, experimenteller und in ihrer Wirkung weniger sicher sind als die Top Charities, und verweist Spender, die mehr Gewissheit wollen, auf den Top Charities Fund.1

Giving What We Can prüfte GiveWell 2025 als Evaluator und kam zu dem Schluss, dass Empfehlungen und Fördervorgehen geeignet sind, die Wirkung einer Spende im Bereich globale Gesundheit zu maximieren.8 Effektiv Spenden richtet seinen Spendenfonds „Armut bekämpfen“ ebenfalls am All Grants Fund aus.9

Ein Hinweis zur Aktualität: Die Fondsseite trägt den Stand Juli 2025 und zeigt Beispiele aus den Jahren 2022 bis 2024, während sich die Fördertätigkeit seither noch einmal etwa verdoppelt hat. Den aktuellen Stand zeigt die Förderdatenbank, nicht die Fondsseite.15

Warum der Geld für die Welt Fonds den All Grants Fund finanziert

Bei der Arbeit gegen extreme Armut verlässt sich der Geld für die Welt Fonds auf die Recherche von GiveWell. Der Grund dafür ist, dass sich diese Recherche überprüfen lässt: Für jede Förderung sind die Begründung, die Kostenrechnung und das zugrunde liegende Modell öffentlich, und Entscheidungen, die sich als falsch erwiesen haben, sind auf einer eigenen Seite dokumentiert.56 Wer eine der Annahmen für falsch hält, kann sie ersetzen und das Ergebnis selbst neu berechnen.

GiveWell betreibt zwei Fonds gegen extreme Armut. Der Geld für die Welt Fonds zahlt nur an einen von beiden aus, den All Grants Fund. Der Top Charities Fund fördert allein die Top Charities,10 gut belegte Programme, die bereits einzeln Auszahlungen erhalten.11 Der All Grants Fund kann darüber hinausgehen und auch Vorhaben finanzieren, die auf keiner solchen Liste stehen: den Aufbau eines Programms, die Zulassung eines besseren Medikaments, eine Finanzierungslücke, die kurzfristig entsteht, oder die Prüfung einer Möglichkeit, noch bevor sie jemand finanziert.1

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Gerade dort ist das Geld knapp. Belege entstehen erst, nachdem eine erste Förderung stattgefunden hat, und solange sie fehlen, lässt sich eine Ausgabe gegenüber einem Vorstand oder den eigenen Spendern kaum begründen. Das Geld fließt deshalb vor allem dorthin, wo die Wirkung schon nachgewiesen ist, obwohl derselbe Betrag an anderer Stelle mehr erreichen würde. Der All Grants Fund nutzt diesen Spielraum und nimmt dafür ein höheres Risiko in Kauf, das der Geld für die Welt Fonds bewusst mitträgt.

Nachgewiesen sein muss dabei nicht jede einzelne Förderung, sondern das Verfahren, nach dem ausgewählt wird. Die Schwelle, ab der überhaupt gefördert wird, ist beziffert, und der Durchschnitt eines ganzen Förderjahres wird an derselben Alternative gemessen wie jede einzelne Förderung: 2025 lag dieser Durchschnitt beim 16-Fachen und damit etwa beim Doppelten der damals geltenden Schwelle.3

Footnotes

  1. GiveWell, „All Grants Fund“. givewell.org ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10

  2. GiveWell Blog, „Scaling Our Impact, with Support from a $1 Billion Commitment“, 23. Juli 2026. blog.givewell.org ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5

  3. GiveWell Blog, „GiveWell's 2025 Grantmaking: Record Grants, Expanded Reach, Crisis Response“, 26. Februar 2026. blog.givewell.org ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5

  4. Coefficient Giving, „Increasing Our 2026 Allocation to GiveWell's Recommendations to $1 Billion“, 23. Juli 2026. coefficientgiving.org ↩ ↩2

  5. GiveWell, „Our Giving Funds“. givewell.org ↩ ↩2 ↩3

  6. GiveWell, „Our Mistakes“. givewell.org ↩ ↩2

  7. GiveWell, „GiveWell's Impact“. givewell.org ↩

  8. Giving What We Can, „GiveWell: All Grants Fund“. givingwhatwecan.org ↩

  9. Effektiv Spenden, „Spendenempfehlungen 2025“, 19. Dezember 2025. effektiv-spenden.org ↩

  10. GiveWell, „Top Charities Fund“. givewell.org ↩

  11. GiveWell, „Our Top Charities“. givewell.org ↩

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